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Dr. Hugo Fiege (l.) und Heinz Fiege
Ausgezeichnet: Dr. Hugo Fiege (l.) und Heinz Fiege wurden 1996 von der Stiftung WWF Deutschland und dem Wirtschaftsmagazin Capital als „Ökomanager des Jahres“ geehrt.

Seit einem Vierteljahrhundert Pionier für Ökologistik

- Story

3 Min Lesedauer

Anfang der 1990er-Jahre entwickelte FIEGE das bahnbrechende Geschäftsprinzip der ressourcenschonenden Kontraktlogistik. Dafür wurden die damaligen Unternehmensführer Heinz und Dr. Hugo Fiege 1996 als Ökomanager des Jahres ausgezeichnet. Ein Preis, der auch heute noch nachwirkt.

Wir treffen Dr. Hugo Fiege in seinem Büro in der neunten Etage der FIEGE-Systemzentrale, von wo aus man einen guten Blick über den benachbarten Flughafen Münster/Osnabrück hat. Obschon er sich bereits 2014 aus dem operativen Geschäft zurückzog und die Unternehmensführung vor nun rund sieben Jahren an seinen Sohn Felix Fiege und seinen Neffen Jens Fiege übergab, fühlt sich der 72-Jährige der FIEGE-Gruppe auch heute noch sehr eng verbunden. „In einem Familienunternehmen geht man ja doch niemals so ganz“, sagt er mit einem Lächeln.

41 Jahre, von 1973 bis 2014, zeichnete Dr. Hugo Fiege in vierter Generation in der familieneigenen Firma gemeinsam mit seinem Bruder Heinz Fiege (seit 1967 bei FIEGE) verantwortlich. Während dieser Zeit gelang es den beiden Brüdern, das Grevener Unternehmen zu einem der europaweit führenden Kontraktlogistiker zu entwickeln. Ende der 1980er-Jahre hatten sie die Schlüsselidee für ihre Erfolgsgeschichte: „Wir haben uns damals entschieden, dem reinen Warentransport den Rücken zu kehren und ganzheitliche Logistikkonzepte anzubieten“, erinnert sich Dr. Hugo Fiege.

Gleiche Marktversorgung bei weniger Umweltbelastung

Kern des Erfolgsmodells waren riesige Logistikzentren, um die Transportmenge pro Zielrichtung zu erhöhen. „Unserer Theorie nach mussten die so groß sein, dass die schwächste Relation in die verschiedenen Regionen immer mindestens eine volle Transporteinheit in Anspruch nahm“, erklärt Dr. Hugo Fiege. Mit der Inbetriebnahme des FIEGE-Mega-Centers in Ibbenbüren wurde das Konzept 1992 erstmals umgesetzt.

Parallel verlagerte FIEGE weite Teile der notwendigen Transporte auf die Schiene. „Auch hier war der Anspruch, Zielgebiete nur über Ganzladungsverkehre anzusteuern und diese erst vor Ort zu detaillieren“, sagt Dr. Hugo Fiege. Die einfache, aber effiziente Idee entfaltete schnell große Wirkung: „Durch die Konsolidierung haben wir uns in die Lage versetzt, bis zu 20 Prozent der Transporte für unsere Kunden einzusparen und damit sowohl die Umweltbelastung als auch die Kosten deutlich zu reduzieren“, erzählt er.

Disruption im Logistikbereich

In der Branche kam das umweltverträgliche und preiswerte Geschäftsmodell einem Erdbeben gleich. Und auch bei FIEGE selbst gehen die Uhren seitdem anders. „Wir waren damals noch ein kleines Unternehmen, das überwiegend Kunden aus der mittelständischen Industrie bediente“, berichtet Dr. Hugo Fiege. Das innovative Logistikkonzept überzeugte dann aber auch ein neues, bis dato völlig unbekanntes Kundensegment: „Plötzlich klopften führende DAX-Konzerne bei uns an und schlossen Verträge mit Laufzeiten bis zu zehn Jahren ab.“

Mit dem starkem Wachstum auf Nachfrageseite musste der Strukturausbau erst einmal mithalten. In Windeseile wurden neue Räumlichkeiten geschaffen und fähiges Personal eingestellt. „Wir zählten in dieser Zeit wohl zu den am stärksten expandierenden Logistikunternehmen in Deutschland“, skizziert Dr. Hugo Fiege.

Auszeichnung für nachhaltiges Unternehmertum

Mit der rasanten Entwicklung und dem Konzept Ökologistik machte FIEGE schnell auch außerhalb der Logistikbranche von sich Reden. Im Jahr 1996, vor genau 25 Jahren, wurden Heinz und Dr. Hugo Fiege für ihr umweltbewusstes Handeln von der Stiftung WWF Deutschland und dem Wirtschaftsmagazin Capital als „Ökomanager des Jahres“ ausgezeichnet.

Mit der Ehrung wurde das Brüderpaar in einen erlesenen Kreis aufgenommen: „In den Vorjahren hatten den Preis die Führungspersönlichkeiten großer Konzerne wie August Oetker (Dr. Oetker), Hans-Dietrich Winkhaus (Henkel), Carlhanns Damm (AEG) oder Hans-Olaf Henkel (IBM) erhalten“, schildert Dr. Hugo Fiege und ergänzt: „Wir fühlten und fühlen uns sehr geehrt, auf diesem Niveau als gesellschaftliches Vorbild gehandelt zu werden.“

Mitarbeitende zu Ökomanagern befähigen

Die Rolle von Dr. Hugo und Heinz Fiege als Pioniere der Ökologistik, die vor über 25 Jahren auch markenrechtlich geschützt wurde, ist innerhalb des Unternehmens noch deutlich zu spüren. Eigentlich stärker denn je. Im vergangenen Jahr hat FIEGE einen dreidimensionalen Nachhaltigkeitsansatz vorgestellt. Martin Rademaker, Vorstandsmitglied bei FIEGE, schildert die Zielsetzung: „Wir arbeiten an einer Gesamtvision, unter der wir alle unsere Aktivitäten in diesem Bereich bündeln. Dabei denken wir das Thema ökologisch, ökonomisch und sozial.“

In einem internen Workstream, der aus Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unterschiedlicher Unternehmensbereiche und Managementebenen besteht, wird die Entwicklung vorangetrieben. Besonders wichtig sei den Verantwortlichen dabei, die Kolleginnen und Kollegen einzubinden. „Es gibt innerhalb der FIEGE-Gruppe schon viele faszinierende Projekte, von denen wir nicht immer Kenntnis haben. Unser Anspruch ist es, dieses organisationsweite Wissen zu zentrieren und neue Ressourcen für nachhaltige Initiativen freizumachen“, erklärt Rademaker.

Alle in einem Boot

Ein Gefühl, das sich in den Gesprächen und Projektgruppen erhärtet: Alle ziehen an einem Strang und es kristallisiert sich eine gemeinsame Richtung heraus. Auch auf Kundenseite werde das Bedürfnis für nachhaltige Logistik stetig größer. Man stehe nicht mehr ganz am Anfang, es gebe aber noch viel zu tun. Rademaker resümiert: „Uns ist bewusst, dass wir noch nicht perfekt sind. Aber wir haben uns gemeinsam auf den Weg gemacht, um die Logistik der Zukunft nachhaltig zu verändern.“ Die ersten Schritte dieses Weges gingen die Brüder Heinz und Dr. Hugo Fiege bereits vor einem Vierteljahrhundert.

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