Would you like to have the content of this website displayed in english?
  • Presse
  • Webservices

  • Suche

Controlling

Rise like a Phoenix

- Business Operations

3 Min Lesedauer

Auf dem Weg zur „Data Driven Company“ hat FIEGE ein Controlling-System entwickelt, das die bisherigen Prozesse auf den Kopf stellt

„Form follows function“. Der Vorrang von Funktion wird regelmäßig mit der Weimarer Kunstschule, dem Bauhaus, verbunden, welche in den 1920er und 1930er Jahren einen neuen architektonischen Stil und eine revolutionäre Vorstellung von Produktdesign entwickelte. Der Verzicht auf jegliches Ornament – schmucklos und funktional.

Auch FIEGE etabliert eine neue „Denkschule“. Dabei geht es nicht um Architektur, sondern um das Controlling-System Phoenix. Dieses datengetriebene Modell ist nach dem Prinzip „structure follows business“ ausgerichtet und ändert die Sicht auf Prozesse und Kunden bei FIEGE grundlegend. „In der Logistikbranche setzt Phoenix Maßstäbe in den Dimensionen Dynamik, Flexibilität und Steuerung von Komplexität“, so Oliver Hüttermann, Direktor Controlling & Daten Management bei FIEGE.

Data Driven Company

Eine Aufgabe des Controllings ist es, verschiedene Unternehmensbereiche zu analysieren und dem Management geeignete Entscheidungsgrundlagen zu liefern. „Letztlich sind wir ein Sparringspartner der Entscheidungsträger, indem wir andere Perspektiven einnehmen können“, so Hüttermann. Im Idealfall erfolgt das interne Berichtswesen geräuschlos. Denn gutes Controlling lässt sich als Eisberg visualisieren: Der mit Abstand größte Teil spielt sich unterhalb der Oberfläche ab.

Bloßes Erheben und Analysieren reicht allerdings nicht: „Daten müssen bewertet werden, um einen sogenannten ‚information waste‘ zu vermeiden.“ Es braucht ein Ordnungsprinzip, um Informationen schnell und zuverlässig verfügbar zu machen. „Wenn ich tausende von Zetteln habe, kann ich sie natürlich einfach auf einen Haufen legen. Dann bleibt mir allerdings nichts anderes übrig, als von oben durchzublättern, bis ich die gesuchte Notiz gefunden habe“, veranschaulicht Hüttermann und ergänzt: „Ich kann aber auch einen Zettelkasten nutzen und die Informationen mithilfe von Schlagworten, Querverweisen oder Trennblättern strukturieren.“

Wandelbar wie ein Chamäleon

Ordnung in den Haufen zu bringen, ist auch das übergeordnete Ziel von Phoenix. Durch das Controlling-System sollen die Prozesse in ihrer Wert- und Nachhaltigkeit strukturiert werden, um die bisherigen Gräben zwischen finanziellem und operativem Berichtswesen zu überwinden. Die besondere Herausforderung ist, dass die Umstellung im laufendem Betrieb stattfindet und damit der sprichwörtlichen Operation am offenen Herzen gleicht. Und das in einer Phase, in der FIEGE sowohl im Bestandskundenbereich stark wächst als auch mit Neukundengeschäft das Wachstum ankurbelt: „An eine so elementare Reform trauen sich die meisten Unternehmen nur einmal in einem Berufsleben heran“, beschreibt Hüttermann.

Ein wichtiges Kriterium bei der Entwicklung des Controlling-Systems ist dessen Anpassungsfähigkeit. Organisationen sind einem Wandel ausgesetzt, da sie auf interne Veränderungen oder Impulse aus ihrer Umwelt reagieren müssen. „Ein Merkmal von FIEGE ist, sich ständig neu zu erfinden, vorhandene Märkte und Strukturen in Frage zu stellen und bei Bedarf mit neuen Geschäftsmodellen – ob innerhalb oder außerhalb der Organisation – zu agieren.“ Und genau hier lag bisher eine Herausforderung: Die Controlling-Mechanismen glichen eher einem starren Korsett und waren nicht in der Lage, mit dem Tempo dieser anhaltenden Metamorphose mitzuhalten. Vorlaufzeiten von Wochen und Monaten waren keine Seltenheit. „Der Anspruch von Phoenix ist es, neue Geschäftsbereiche und die dynamische Veränderung des Unternehmens sehr schnell abbilden zu können, um FIEGE dadurch noch entscheidungsfähiger zu machen.“

So zentral wie nötig, so dezentral wie möglich

Um das zu realisieren, müssen die Controlling-Systeme auf die interne Gliederung der Organisation zugeschnitten werden. Diese ist aber nur zu einem gewissen Grad standardisierbar. „Unsere verschiedenen Business Units bieten zwar im Grunde vergleichbare Logistikdienstleistungen an, doch ab einer gewissen Ebene, spätestens in verschiedenen Niederlassungen, unterscheiden sich die Prozesse, selbst wenn es sich um ein und dasselbe Produkt handelt, durchaus voneinander“, erklärt Hüttermann.

Phoenix ist entsprechend so angelegt, dass es Leitplanken vorgibt und darüber hinaus eine modulare und lokale Nutzung ermöglicht. „Dezentrale Individualität in zentralem Rahmen – oder anders gesagt: Das System kann so genutzt werden, wie es vor Ort am sinnvollsten ist. Die Struktur folgt dem Geschäft.“, so Hüttermann.

Flexibel wie ein Rubik‘s Cube

Das Ergebnis liegt damit im Auge des Betrachters. „Wenn wir interne Prozesse oder unsere Dienstleistungen am Kunden bewerten, dann funktioniert das nicht mit Binärcodierung nach dem Schema gut oder schlecht“, sagt Hüttermann. Vielmehr kann sich das Ergebnis einer Analyse verändern, je nachdem aus welcher Perspektive man die Fragestellung betrachtet. Deshalb verfolge Phoenix einen mehrdimensionalen Ansatz: „Wie bei einem Zauberwürfel lassen sich eine oder mehrere Seiten des Würfels beliebig zusammensetzen.“

Technisch basiert das System auf SAP. Um den Kern herum wurde aber eine individuelle Tool-Landschaft aufgesetzt, die es ermöglicht, sich von der betriebswirtschaftlichen Logik des Programms zu lösen. Hierfür hat FIEGE auf individualisierte Nischenprodukte aus dem Start-up-Umfeld gesetzt, um schlank, effizient und anpassungsfähig zu bleiben.

Rollout läuft

Im Februar 2021 wurde mit Greven-Reckenfeld der erste Pilot-Standort umgestellt. Das alte Grevener Stammhaus ist in den vergangenen Jahren zu einem der modernsten Logistikzentren der FIEGE Gruppe ausgebaut worden. „Wir wollten zeigen, dass Phoenix nicht nur unter Laborbedingungen funktioniert, sondern auch höchsten Anforderungen im Tagesgeschäft gewachsen ist“, so Hüttermann.

Mittlerweile läuft der Rollout über die gesamte Organisation, dieses in Gruppen von mehreren Standorten. Derzeit sind bereits 23 der über 160 Niederlassungen umgestellt – Ziel ist das Projekt in 2023 abzuschließen.

0
Would love your thoughts, please comment.x
()
x