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Digitales Staplerleitsystem

Produktionsversorgung: Schnell, einfach und just in time

- Business Operations

3 Min Lesedauer

Um die Prozesse in der Produktionsversorgung zu optimieren, setzt FIEGE am Standort Marklkofen auf ein digitales Staplerleitsystem.

Die bedarfssynchrone und zuverlässige Produktionsversorgung ist eine der Königsdisziplinen in der Logistik. Damit das Material genau dann (Just-in-time) in ausreichender Menge und Qualität an den Fertigungslinien vorliegt, wenn es gebraucht wird, müssen im Hintergrund viele Zahnräder reibungslos ineinandergreifen. Denn Verzögerungen oder Störungen an dieser Stelle haben oft weitreichende Folgen. Mitunter kommt die gesamte Produktion zum Erliegen.

Am FIEGE-Standort in Marklkofen ist das unsere tägliche Herausforderung. Die Niederlassung betreibt dort das Lieferantenlogistikzentrum (LLZ) für unseren Kunden MANN+HUMMEL. Das Familienunternehmen zählt zu den Weltmarktführern im Bereich der Filtrationstechnik. In Niederbayern befindet sich das größte Produktionswerk weltweit, hier gehen rund 180 Millionen Filterelemente pro Jahr vom Band. Bei der Produktionsversorgung wie auch bei der Organisation des Lieferantenlogistikzentrums vertraut MANN+HUMMEL seit über fünf Jahren auf den Kontraktlogistikpionier FIEGE: „Wir waren auf der Suche nach einem innovativen Kontraktlogistikdienstleister, der am Puls der Zeit und auf Augenhöhe mit uns agiert sowie über ausgeprägte Erfahrung in der Entwicklung von Logistikimmobilien verfügt“, sagt Stefan Hausbeck, der bei MANN+HUMMEL für das LLZ verantwortlich ist.

Mit digitalem System zur effizienteren Produktionsversorgung

Um einerseits die Produktion mit Kaufteilen und Halbfertigprodukten zu versorgen und andererseits die eintreffende Lieferantenware einzulagern, ist FIEGE in Marklkofen im 24-Stunden-Betrieb im Einsatz. Wann welcher Auftrag in welcher Reihenfolge abgearbeitet wird, wurde bis vor Kurzem mit ausgedruckten Listen gesteuert. Deshalb entschieden die Verantwortlichen im Frühjahr 2020, diese Prozesse zu digitalisieren. FIEGE-Niederlassungsleiter Marc Styrnal berichtet: „Um unsere Effizienz zu steigern und die Transparenz für die Produktionsversorgung zu erhöhen, haben wir im Herbst 2020 gemeinsam mit unserem Kunden ein digitales Staplerleitsystem installiert.“

Die Zielvorgabe war ambitioniert: „Es ging nicht darum, eine Highend-Lösung einzukaufen, sondern auf Basis der vorhandenen Standards im eingesetzten Lagerverwaltungssystem die bestmögliche digitale Lösung zu erzielen“, so Styrnal. Somit wurde der neue Prozess in die kundenseitig bereits vorhandenen Abläufe integriert. „Wir haben daraufhin die „Queue-Steuerung“ vom SAP-Modul WM aktiviert und auf die spezifischen Anforderungen der Produktionslogistik vor Ort zugeschnitten“, erklärt der Niederlassungsleiter.

Technik entlastet das Logistikteam

Das neue System steuert die Priorisierung der Produktionsaufträge nun vollautomatisch und papierlos. Die online verfügbaren Bedarfe des Kunden werden alle 30 Minuten in Transportaufträge umgesetzt. Damit diese den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern digital, priorisiert und in Echtzeit auf dem Stapler zur Verfügung stehen, wurden die Fahrzeuge mit Tablets ausgerüstet. Während der Testphase gestaltete sich das laut Styrnal zunächst schwierig: „Wir brauchten eine Lösung, die den Arbeitsbedingungen im Fahrerstand gewachsen ist. Ein weiteres Kriterium war die Anwenderfreundlichkeit. Die Technik muss von den Mitarbeitenden leicht bedienbar sein, damit das Konzept funktioniert.“

Dazu wurden verschiedene Hardwarekomponenten getestet. Nachdem die richtige Technik gefunden war, wurden sämtliche Stapler ausgerüstet und das SAP-Queue-System aktiviert. „Bislang mussten die Staplerfahrerinnen und -fahrer ihre Aufträge eigenständig auf Basis von ausgedruckten Papierlisten abarbeiten“, erläutert der Niederlassungsleiter. Mittlerweile übernimmt das System diese Aufgabe digital und priorisiert die Produktionsanforderungen per Ampelfunktion. „Der Arbeitsalltag ist so deutlich effizienter und die Mitarbeitenden können sich auf das Wesentliche konzentrieren. Zudem können wir neue Arbeitskräfte viel leichter und schneller anlernen, wodurch der gesamte Prozess an Sicherheit gewinnt“, so Styrnal.

Ampelsteuerungssystem sorgt für mehr Effizienz

Ein rotes Ampelsignal bedeutet, dass alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf ihren Staplern angehalten sind, ausschließlich die Produktionsaufträge zu bearbeiten. Sobald die Ampel auf gelb springt, stellen die Mitarbeitenden auf das Prinzip Doppelspiel um. „Das bedeutet, dass zunächst eine neu angelieferte Palette eingelagert wird und anschließend auf der Rückfahrt eine Palette für die Produktion ausgelagert wird“, sagt Styrnal. Zeigt die Ampel grün, sind alle zeitkritischen Aufträge abgearbeitet und die Logistikflächen im Produktionswerk somit optimal bestückt. Die Stapler kümmern sich ab diesem Zeitpunkt dann schwerpunktmäßig um die Einlagerung.

Die ausgelagerten Waren werden an zwei Übergabepunkten für die interne Logistik von MANN+HUMMEL bereitgestellt. Eine dieser Stationen wird direkt im Logistikzentrum durch ein automatisiertes fahrerloses Transportsystem (FTS) bedient. Von dem anderen Übergabepunkt werden die Waren per Routenzug ins direkt angrenzende Produktionswerk transportiert.

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser

Je technisierter aber ein Arbeitsprozess ist, desto größer ist das Problem im Falle einer Störung. Hausbeck erklärt: „Wir müssen die Versorgung der Produktion immer konsequent aufrechterhalten, da sonst nicht nur unsere Fertigungslinien stillstehen, sondern auch in nachgelagerten Betrieben Engpässe entstehen können.“ Denn gerade im Automotive-Bereich sind die Lieferketten extrem eng miteinander verzahnt.

Um diesen Schlüsselprozess gegen Ausfälle abzusichern, wurde in Marklkofen ein lokales Daten-Backup-System eingerichtet. Bei Systemstörungen hat das Backup-Konzept seine Leistungsfähigkeit bereits gezeigt und die Versorgung des Produktionswerks sichergestellt.

Zusammenarbeit auf Augenhöhe

Mittlerweile ist das System knapp sechs Monate in Betrieb und das Gesamtresultat äußerst positiv, wie Styrnal berichtet: „Wir konnten die Produktivität des Standortes deutlich steigern und so wirtschaftliche Einsparungen erzielen, von denen sowohl wir als auch unsere Kunden profitieren.“ Deshalb wolle man im Rahmen des kontinuierlichen Verbesserungsprozesses daran arbeiten, die Abläufe weiter zu optimieren.

Darauf zählt auch Hausbeck: „FIEGE ist in den vergangenen Jahren ein innovativer und äußerst flexibler Logistiker für MANN+HUMMEL geworden. Daher wollen wir trotz der Technik nicht auf die langjährige Erfahrung und das exzellente Know-how des FIEGE Teams verzichten.“

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