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Company Building: Gründer unterstützen, die die Logistik digitaler machen wollen

- Innovation

4 Min Lesedauer

Digitalexperten mit Logistik-Know-how zu versorgen, um gemeinsam erfolgreiche, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln – das ist das Ziel des Company Builders XPRESS Ventures. Managing Partner Matthias Friese – selbst ein Vollblutgründer – erklärt im Gespräch, warum sich Fiege in diesem Bereich engagiert.

Als Unternehmen, das sich selbst in der Rolle des Innovationsführers in der Logistikbranche sieht, zeigt sich Fiege seit jeher offen für neue Ideen. Jüngstes Beispiel dafür ist das Engagement des Familienunternehmens auf einem in Deutschland – zumindest für Mittelständer – noch jungen Geschäftsfeld, dem Company Building, das sich in den vergangenen Jahren aus dem Start-up-Ökosystem heraus entwickelt hat. Neu für Fiege ist dabei auch, dass die Logistik in diesem Fall erst an zweiter Stelle steht. Näheres erklärt Matthias Friese, Head of Company Building bei Fiege, den wir via Teams in Berlin erreichen, der Heimat der deutschen Start-up-Szene.

Der Begriff Company Building sagt vielleicht nicht jedem etwas. Was machen Sie und Ihr Team?

Grob gesagt halten wir Ausschau nach Gründerteams, die innovative Lösungen vornehmlich für die Logistik entwickeln. Konzepte, die uns interessant erscheinen, unterziehen wir einer umfassenden Analyse und bewerten die Erfolgsaussichten. Im besten Fall mündet der Prozess in die Gründung einer gemeinsamen Firma. Dabei bringen wir das unternehmerische, digitale und logistische Knowhow ein. Und wir knüpfen Kontakte zu Venture-Capital-Gebern, die die Finanzierung gewährleisten. Unsere Strategie ist nicht darauf ausgerichtet, Mehrheiten zu halten. Wir helfen, das Unternehmen groß zu machen und am Markt zu etablieren, um uns dann gewinnbringend von unseren Anteilen zu trennen. Das ist das Konzept.

Managing Partner Matthias Friese
Matthias Friese, Head of Company Building bei Fiege und Managing Partner bei XPRESS Ventures.

Wie geht das konkret vonstatten?

Im Grunde geht es darum, die richtigen Leute zusammenzubringen, so genannte komplementäre Teams zu schaffen, besetzt mit Digitalexperten, die wissen, wie digitale Produkte und Projekte aussehen müssen, und mit Logistikexperten, die wissen, wie die Prozesse in der Praxis ablaufen und ineinandergreifen müssen. Die Kunst ist, diese Kompetenzen so zu verschmelzen, dass daraus gute Firmen entstehen.

Vor gut einem Jahr hast du die Verantwortung für die neue Sparte Company Building bei Fiege übernommen. Wie kam es dazu?

Fiege hat sich seit längerem intensiv mit dem Thema beschäftigt und war sich bewusst, dass man viele Dinge heute etwas anders denken muss, als besonders Familienunternehmen es in der Vergangenheit vielleicht getan haben, um auch in Zukunft erfolgreich am Markt bestehen zu können. Auf dieser Basis hat Fiege sich dazu entschlossen, gemeinsam ein ganz neues Segment zu schaffen und aufzubauen, nämlich ein Vertical für Company Building im Bereich Logistik. Ich selbst bin Vollblut-Gründer und habe mich immer gefragt: Warum nutzen wir nicht all die Assets, die der deutsche Mittelstand zu bieten hat, auch für Start-ups? Wie lassen sich durch eine sinnvolle Verknüpfung dieser beiden Welten Synergien heben? Bei Fiege gehen wir dies seit einem Jahr an. Mit Erfolg, denn inzwischen wachsen wir stark – sowohl geschäftlich als auch personell.

Es gibt nicht eben viele Familienunternehmen, die Company Building betreiben. Braucht es dafür nicht eher das Dach eines Konzerns?

Nein. Ich glaube, die Kultur und die Strukturen eines Konzerns sind im Grunde eher hinderlich, weil sie träge machen und die Entscheidungsfindung bremsen. Bei Fiege hingegen haben wir extrem kurze Entscheidungswege. Dadurch können wir sehr schnell reagieren, was ein großer Vorteil ist. Wie schnell wir etwas bauen und umsetzen können, entscheidet in diesem Geschäft oft über Erfolg und Misserfolg.

Welche Erwartungen gibt es an deine Arbeit?

Ich glaube, zentrales Ziel ist es, neben unserem Kernbereich der Kontraktlogistik und dem Real-Estate-Geschäft ein weiteres Standbein aufzubauen. Wir wollen über das Corporate Venturing und gemeinsam mit unseren Kolleginnen und Kollegen von F-Log Ventures ein neues Geschäftsfeld entwickeln. Dass sich unsere Arbeit darüber hinaus positiv auf Fieges Innovationskraft auswirkt, ist natürlich ein überaus willkommener Effekt.

Dein Hauptaugenmerk liegt auf neuen Lösungen für die Logistik. Wie groß schätzen Sie das Potenzial in diesem Bereich, das sich mittels digitaler Lösungen heben ließe?

Ich glaube, wir stehen da noch ganz am Anfang der Reise. Genauso wenig, wie es Softwarespezialisten gibt, die sich mit den Abläufen in einer Supply Chain auseinandersetzen, gibt es nach wie vor kaum Logistikexperten, die sich dem Thema Digitalisierung ernsthaft angenommen haben. Im Ergebnis sind viele Aspekte digital noch nicht gelöst. Ein Beispiel: Die Customer Journey in den großen Onlineshops ist heute bis hin zum Payment tiptop. Aber ab diesem Punkt hört’s auf. Dann geht der Prozess auf einen Logistiker über; der stellt die Ware irgendwann zu, meistens zu einer Zeit, in der der Empfänger nicht zuhause ist. Also nimmt er sie wieder mit und gibt sie – wie hier in Berlin gerne praktiziert – einen Kilometer weiter beim nächsten Späti ab, wo sie dann zur Abholung bereitsteht. Das ist weder nachhaltig, noch sinnvoll, noch ein Erlebnis für den Kunden. Genau an solchen Punkten setzen wir an und nutzen dabei den Wettbewerbsvorteil, den uns die logistische Infrastruktur von Fiege verschafft.

Apropos Innovation: Wann ist eine Idee für Sie innovativ?

Eine Innovation beginnt für uns da, wo Prozesse effektiv neu gedacht werden und auf diesem Weg ein signifikant besseres Ergebnis generiert wird. Das kann ein niedrigerer Preis sein, eine höhere Marge, ein verbessertes Kundenerlebnis oder ein Plus in puncto Nachhaltigkeit. Eine Innovation darf kein Selbstzweck sein.

Gruppenbild Fiege Innovation Challenge

Ankündigung Innovation Challenge

Schon zum vierten Mal geht Fiege in diesem Jahr auf die Suche nach spannenden und neuen Geschäftsmodellideen rund um das Thema Logistik und angrenzende Märkte. Mitmachen können alle Fiege-Mitarbeitende sowie interessierte Studierende. Die zweite Bewerbungsrunde richtet sich an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und läuft noch bis zum 28. Februar 2021. Bei der Ideenentwicklung und der Ausarbeitung der Bewerbungsunterlagen hilft neben den Innovation-Trainern in den jeweiligen Standorten auch die digitale Fiege Innovation School. Die besten Ideen werden im Sommer 2021 beim Pitch-Event einer Experten-Jury und dem Publikum vorgestellt. Den Gewinnern winkt ein attraktives Startkapital für die Weiterentwicklung ihrer Idee, sowie die aktive Begleitung von XPRESS Ventures über eine gemeinsame Firmengründung, bis hin zu einer potenziellen Finanzierungsrunde. Weitere Informationen zur Bewerbung gibt es auf ic.fiege.com oder auf xpress.ventures.

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